Reframe the debate! Neue Migrationsnarrative für konstruktiven Dialog

 

Wichtigste Projektergebnisse (2020)

 

In diesem Projekt (2017-2019) war es unser Ziel, progressive Aktivist*innen zu befähigen, die öffentliche Debatte über Migration in Deutschland effektiver zu führen und ein neues Gleichgewicht herzustellen, um Vielfalt und Inklusion wieder stärker auf die Tagesordnung zu setzen. Die Ergebnisse waren wie folgt:

 

  • Beweis, dass die Methoden und Ansätze der Narrative-Change-Kampagnen im deutschen Kontext funktionieren.
  • Entwicklung des führenden Werkzeugkastens zur Unterstützung progressiver Aktivist*innen bei der Veränderung der öffentlichen Debatte über Migration.
  • Aufbau einer Praxisgemeinschaft für Narrative Change und eines sicheren und unterstützenden Umfelds, um das institutionelle Wachstum zivilgesellschaftlicher Organisationen auf dem Gebiet zu ermöglichen.
  • Erwecken von großem Interesse bei deutschen und europäischen Aktivist*innen an den Ansätzen von Narrative Change und strategischer Kommunikation und Beitrag dazu, dass dies ganz oben auf die Tagesordnung der Bewegung gesetzt wurde, um den Populismus zu bekämpfen und die Werte der Vielfalt und Inklusion zu fördern.

Eine detailliertere Aufschlüsselung dieser Ergebnisse finden Sie auf den Seiten zu den Hauptelementen des Projekts: 1. Narrative Change Lab,  2. Pädagogische Werkzeuge, and 3. Öffentlichkeitsarbeit.

Lesen Sie über die Erfahrungen und Erkenntnisse von 8 Teilnehmern des Narrative Change Lab in Was wir teilen — Erfahrungen mit praktischer Narrative-Change-Arbeit in Deutschland

Original-Übersicht & Pläne (2017)

 

Das International Centre for Policy Advocacy (ICPA) unterstützt bereits seit Jahren Fürsprecher*innen und Aktivist*innen auf politischer Ebene in ihrem Einsatz für die Rechte von Minderheiten und für Inklusion. Die Erfahrung hat gezeigt, dass neben der politischen Arbeit, auch emotional wirksame Lösungsansätze notwendig sind, um die öffentliche Diskussion aufgeladener Themen neu auszurichten damit Gerechtigkeit und Vielfalt allgemein anerkannt werden. 

Im Rahmen von ICPA’s Programmbereich Reframing for Impact, haben wir 2016 in Deutschland begonnen eine Vielzahl an Partnern zusammenzubringen, um die Bedarfe in der öffentlichen Debatte um Migration auszuloten und Kampagnenmacher*innen zu identifizieren, die sich für eine Neuausrichtung der Diskussion engagieren.

Das Projekt (2017-2019) zielt darauf ab, progressive Kampagnenmacher*innen dabei zu unterstützen, effektiver an der Migrationsdebatte teilzuhaben und die Priorität wieder auf Vielfalt und Inklusion zu legen.

Herausforderungen & Lösungsansätze

  • Wie in vielen anderen europäischen Ländern auch, bestimmt in Deutschland populistische Rhetorik von kultureller Invasion, der gefühlten Bedrohung durch den Islam und der Angst vor Kontroll- und Sicherheitsverlust die migrationspolitische Agenda. Dieser angstgetriebene Diskurs wird immer mehr Teil des Mainstreams und setzt somit den Rahmen dafür, welche politische Maßnahmen als »akzeptabel« gelten. Daraus folgen Handlungsoptionen, die hauptsächlich auf Sicherheit, Schutz und Ausgrenzung basieren. 

  • Die üblichen, ausschließlich auf Fakten und bestehenden Rechten basierte Argumente der progressiven Kräfte, stellen sich als ineffektiv heraus, wenn es darum geht, die breite Öffentlichkeit in dieser emotional aufgeladenen Debatte einzubeziehen und zu überzeugen. Diese Herangehensweisen finden nicht nur keinen Widerklang, sondern lösen damit oft wütende Reaktionen aus. 
     
  • Progressive Kräfte neigen dazu, Personen außerhalb ihres Unterstützerkreises in einem eher negativen Licht zu sehen. Allerdings gibt es eine große Gruppe in der sogenannten »beweglichen Mitte«, die überzeugt und mobilisiert werden kann um das fortschreitende populistische Mainstreaming zurückzudrängen
     
  • Der diesem Projekt zugrundeliegende Ansatz basiert auf der bewährten Theorie des »Reframing« und der Erfahrung internationaler »Narrative Change«- Kampagnen. Es gilt die Debatte mit positiven und lösungsorientierten Erzählungen anzuführen, die auf allgemein anerkannten Werten basieren, mit denen sich die »beweglichen Mitte« identifiziert und die vor­ herrschende populistische Sichtweisen erfolgreich unterbinden.
     
  • Dieser Ansatz bedeutet keine Veränderung der eigenen Haltung; es bedeutet vielmehr eine emotional wirksamere Methode anzuwenden, sodass der Dialog mit der entscheidenden Zielgruppe eröffnet und Raum und Vertrauen für einen umfassenden und konstruktiven Austausch geschaffen wird.

Mehr Infos zum Reframing-Ansatz? Schaut euch unser Video an:
 


Projektelemente

Narrative Change Lab: Beratung von „Reframing“-Kampagnen

Pädagogische Tools: Online-Toolkit und Workshops

Wissenstransfer: Austausch zwischen internationalen und nationalen Netzwerken

Project Elements


Aktivitäten

  • Beratung von bis zu fünf progressiven »Reframing«- Kampagnen in Deutschland, die auf die »bewegliche Mitte« abzielen
     
  • Aufbau der Kapazitäten von 15–17 deutschen Organisationen/Plattformen »Narrative Change«-Kampagnen durchzuführen 
     
  • Veröffentlichung eines englisch-deutschen Online-Toolkits zum »Reframing« von Migrationsnarrativen
     
  • Auswahl und Ausbildung deutscher Multiplikator- *innen um die Lehren und Einsichten aus »Reframing«- Kampagnen zu teilen
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  • Förderung des Austauschs zwischen deutschen und internationalen Kampagnennetzwerken
     
  • Entwicklung und Testen einer Auswertungsmethodik um die Effektivität des »Reframing«-Ansatzes zu messen

 

Förderpartner

DL_dt

Social Change Initiative

 


Über ICPA

Das International Centre for Policy Advocacy (ICPA) ist eine unabhängige NGO mit Sitz in Berlin, die Forscher*innen
und Aktivist*innen dazu befähigt, in öffentlichen und politischen Debatten auf sinnhafte Art Einfluss zu nehmen und teil zu haben. In unserem Programmbereich »Reframing for Impact« spezialisieren wir uns auf den Aufbau von Kapazitäten um effektiv an emotional geladenen politischen Debatten teilzunehmen, z. B. Migration und schrumpfende zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume.
ICPA Team:
Lisa Quinn, Direktorin // Eóin Young, Programmdirektor
Zhivka Deleva, Projektkoordinator // Stephanie Elmerick, Finanzen & Controlling